Sargdeckelklappern oder Sabbatical?

Dein Geschäfts-Handbuch - ein must have für Solo-Selbstständige und Freiberufler:innen

 

„Super Angebot!! Du brauchst das auf jeden Fall!!“

Solche Marktschreier:innen kennen wir alle, oder? Und zu 99% geht es darum, den Umsatz zu mehren. Aber wer schaut bitte auf die Basis, die durchgängig funktionieren muss, damit Dein Business überhaupt läuft?  

 

Egal, mit welcher Businessstrategie Du unterwegs bist, einen Notfallplan solltest Du auf jeden Fall immer in der Schublade haben!

Und plötzlich war Pandemie

 

In den vergangenen zwei Jahren ist das Thema vielen von uns auf die Pelle gerückt - sei es als gesundheitlich Betroffene:r (gute Genesungswünsche an dieser Stelle) oder in Form von Verdienstausfällen.

 

Ich bin als Prozessberaterin und Trainerin unterwegs. Vor allem mein Business als Trainerin wurde seit März 2020 echt geruckelt. Es forderte allen Beteiligten viel Flexibilität und Vertrauen ab, von jetzt auf gleich Präsenztermine auf online umzustellen. Selbst bei mir kamen plötzlich Existenzängste aus der Tiefe auf, die sogar vehementer als während meiner Gründungsphase 2010 waren.

 

Ich liebe das Element Wasser und bezeichne mich deshalb gerne als Wellenreiterin. Über die Jahre habe ich gelernt, mit Wellen der Geschäftstätigkeit gut umzugehen und mein Business auf solide Beine zu stellen. Doch diese Pandemiewellen waren und sind für uns Selbstständige einfach zu unvorhersehbar in ihrer Höhe und Stärke. Wie ist es Dir damit ergangen?

 

Zwei Tätigkeiten haben mich glücklicherweise in der Situation gut geerdet

 

Nicht darauf zu warten dass etwas geschieht, sondern aktiv offene Baustellen anzugehen, kann ich zur Stärkung der eigenen Person wärmstens empfehlen:

  • Gehe in Krisensituationen mit Deinen Auftraggebenden frühzeitig in die offene, direkte Kommunikation. Das hat mir den Druck genommen und Klarheit bei allen Beteiligten geschaffen. Natürlich ist es auch zu Absagen und Einkommenseinbußen gekommen. Die Selbstmotivation wurde getestet und dabei hat mir ein Leitsatz aus meiner Zeit als Versicherungs-Repräsentantin geholfen: Wenn die eine Tür zu geht, wird sich woanders eine neue öffnen.
    Dadurch sind tolle online-Projekte entstanden und allein wäre ich zum Beispiel nie so  schnell auf unterschiedlichsten Online-Plattformen aktiv in die Umsetzung gegangen.
  • Nutze die Zeit und arbeite an Deinem Qualitätshandbuch, Organisations-Handbuch, Praxis- oder Notfall-Ordner… ich nenne es mein Geschäfts-Handbuch.  

Was Dein Geschäfts-Handbuch so wertvoll machen kann

 

Egal, wie Du Deine Dokumentation für den Fall des Falles nennst - wichtig ist der Nutzen, den sie Dir bringen kann. Sieben Beispiele: 

  • Du bist gerüstet für den kurzfristigen Ausfall bis hin zur langfristigen Abwesenheit (nicht nur im Notfall, sondern auch von Vorteil bei einer längeren Auszeit mit schönem Anlass).  
  • Wenn Du Dich vergrößern willst, unterstützt es Dich bei der Einführung neuer Mitarbeiter:innen.
  • Wenn Du Tätigkeiten auslagern möchtest, kannst Du Deiner (virtuellen) Assistenz diese Prozesse klarer darstellen. 
  • Du bist Dir der gesetzlichen Vorgaben bewusst und Deine Vertretung auch. 
  • Deine Kommunikation mit Kund:innen wird während Deiner Abwesenheit nach Deinem Qualitätsverständnis weitergeführt. 
  • Kooperationspartner:innen wissen, was sie von Dir erwarten können und Du kannst Deine Anforderungen schon vor Vertragsunterzeichnung besser platzieren.
  • Wenn Du Dich mit dem Gedanken trägst, Dein Business zu übergeben, dann dokumentiere Dein Kopfmonopol und mache es nicht nur für Dich wertvoll.

Als Selbstständige:r setzt Du Deine Prioritäten im individuellen Geschäftskonzept um und bestimmst Deinen Weg. Und genauso sollte Dein Geschäfts-Handbuch geschrieben werden.

 

Sargdeckelklappern oder Sabbatical?

 

Letzte Woche habe ich eine Blitzumfrage unter Kolleg:innen gestartet und 60 % schieben den Notfall-Plan vor sich her, weil „bisher nicht die Zeit dazu da war“, „ich mich mit solchen langweiligen Themen schwer tue“, „mir das alles zu kompliziert ist“, „ich alleine unterwegs bin, das brauche ich in meinem Business nicht“.

 

Weitere 20% haben schon etwas dokumentiert. Das sind die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, auch ein Testament ist darunter.

 

Die verbleibenden 20% haben ihr Business im Blick und ihre Vollmachten nebst Vertretung geregelt. Herzlichen Glückwunsch!

 

Aus meiner Zeit als Versicherungsvermittlerin weiß ich, dass Menschen sich meist ungern mit den Themen Krankheit, Unfall oder Tod auseinandersetzen und es deshalb lieber aufschieben. Weshalb sollte das bei uns Solo-Selbstständigen und Freiberufler:innen im Hinblick auf die Notfallplanung anders sein? Ist ja fast so wie mit dem Sargdeckel zu klappern und Angst kann lähmen!

 

Deshalb lade ich Dich hier auf einen Perspektivwechsel ein: Stell Dir einfach vor, Du bekommst die Chance auf ein Sabbatical!

 

Als ich damals mehrere Monate auf Reise ging, mussten auch all diese Dinge geregelt werden. Es war ein wunderbarer Anlass, der nicht nur das Reisegepäck leichter machte.

 

Inzwischen gehört für mich zu jeder Reisevorbereitung das Ritual, mein Handbuch zu aktualisieren und dabei erprobte Checklisten zu nutzen. Dazu stelle ich mir eine einzige Frage:


Was musst Du bis zur Abreise in Deinem Business regeln, um nach Rückkehr wieder 1:1 einzusteigen und an Deine bisherige Tätigkeit nahtlos anknüpfen zu können?

Schau gerne in meine Blog-Artikel oder auf Linkedin bzw. Xing vorbei, denn dort werde ich in den nächsten Wochen Anregungen zur Erstellung Deines Geschäfts-Handbuch für Solo-Selbstständige und Freiberufler:innen posten.

 

Und, was hast Du bereits alles geregelt?

 

Brennt Dir schon jetzt ein Thema dazu unter den Nägeln?

Dann freue ich mich auf Deinen Kommentar oder schreib mir auf info@diesalesmanufaktur.de und wir kommen ins Gespräch. Bon voyage, wir sehen uns auf dem Weg!

Herzliche Grüße

Silke

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